Inszenierungen

Inszenierungen von Bildern erlauben einen erhöhten Einfluss des Fotografen und transportieren, wie Gemälde, zumeist Botschaften. Und dennoch bauen auch Inszenierungen auf dem Augenblick auf. So sind Portraits eine Auseinandersetzung mit dem Ich, eine „Technik der Selbstdarstellung“. Dabei soll nicht unbedingt nur die Schönheit und Erhabenheit abgebildet werden, sondern auch der Charakter einer Person.
Auf der anderen Seite liegt gerade in der Entfremdung von Persönlichkeiten ein gewisser Reiz. Körper werden zu Formen und Figuren. Diese Bilder wecken Neugier und Entdeckungswillen. Aktfotografie ist nicht zuerst die Darstellung erotischer Inhalte. Während das Portrait die eigentliche Intimität eines Menschen repräsentiert, erlaubt der Akt die Anmut des menschlichen Körpers in all seinen Fassetten zu präsentieren und dabei ggf. bewusst weit von der Identität des Einzelnen abzuweichen.
Verwirrung und damit Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Selbst- und Fremdbild wird möglich, wenn die Ästhetik des Menschen mit Aspekten des vermeitlich Hässlichen kollidieren. Groteske Bilder spielen mit der Lust an der Selbstempörung. Sie verwirren und streben die Paradoxie, dass Aushalten des Dazwischen an, ohne eine klare Definition zu akzeptieren.
Ich-Experimente sind alltäglich und erlangen durch heutige Selfies eine neue Dimmension. Auch klassische Deutungen aus der Portraitmalerei lassen sich heranziehen. Auffällig sind bei Selfies häufig die „Verschönerung“ . Mit dem Projekt Soulfies sucht der Autor nach der Darstellung seelischer Abbilder. Die Mittel dazu orientieren sich an üblichen Techniken. So sind alle Bilder ausschließlich mit dem Medium Smartphone aufgenommen und bearbeitet.